Dresden - Leubnitz-Neuostra

Wohnhaus Wieckestraße

Sanierung und Umbau eines Wohnhauses der 1930er Jahre

Leistungen: Energieberatung, Lph 2-8 lt. HOAI § 34

Zeitraum: Januar bis Dezember 2020

Auftraggeber: privat

Grundstück: 410 m²

Wfl. / BRI / AN: 85 m² / ca. 322 m³ / 104 m²

Das Wohnhaus Wieckestraße ist eine 1936 errichtete kleine Doppelhaushälfte mit ca. 85 m² Wohnfläche und nahezu original erhalten. Es ist eingeschossig mit ausgebautem Dachgeschoss und komplett unterkellert. Es wurde umfassend, nachhaltig, ökologisch und der Substanz angemessen saniert, umgebaut und konstruktiv ertüchtigt.

Anliegen war es, so viel wie möglich originale Bausubstanz zu erhalten, bei nahezu gleichbleibender Kubatur mehr Raum, Licht und Großzügigkeit zu schaffen und eine gute Balance zwischen denkmalgerechter Sanierung und energetischer Ertüchtigung herzustellen. Die durch behutsame Öffnungen, Raumverbindungen, die neue Gaupe, Dachfenster und neu gesetzten Innenwände größer wirkenden Räume und das einfallende Licht sind ein großer Qualitätsgewinn im Innenraum – und von außen nahezu nicht zu sehen.

Es konnte das Ziel, in die Förderstufe des KfW-Effizienzhauses 115 zu gelangen, erreicht werden.

Zu den Sanierungsmaßnahmen gehörten die Ertüchtigung der Dachstuhl- und Kehlbalkenkonstruktion, die Zwischensparrendämmung und die Neudeckung des Daches mit Biberschwanzkronendeckung, das Aufarbeiten der filigranen Kastenfenster und die Herstellung der Innendämmung mit Holzweichfaserplatten, Lehmputz und Wandheizung sowie die komplette Erneuerung der haustechnischen Komponenten.

Besonderer Wert wurde auf eine energiesparende Bauweise gelegt. Eine Geothermieanlage mit Wärmepumpenzentralgerät und zwei insgesamt 107 m langen Erdsondenbohrungen erzeugt die notwendige Wärme. Dabei sorgt das Wärmepumpenzentralgerät, konzipiert für Heizung, Warmwasserbereitung und Kühlung, nicht nur für die notwendige Warmwasserbereitung (Heizung, WW), sondern dient auch der passiven Kühlung des Gebäudes. Die Beheizung und Kühlung des Gebäudes erfolgt über Wandheizungen in Lehmputzflächen, vorrangig in denen der Außenwände, und über eine Fläche der Dachschräge.

Die auftraggebenden Bauleute haben im Bauprozess wertvolle Eigenleistungen erbracht. Dazu gehörten u. a. Rückbau- und Abbrucharbeiten, Vorbereitungsarbeiten für Innendämmung und Lehmputz an Wänden und Decken, die Herstellung von neuen Auffüllungen in den Holzbalkendecken, das Verlegung von Dachbodendielen sowie Abschleif- und Malerarbeiten der Fassade. Nicht zuletzt sind die Malerarbeiten im Innenraum und das Aufarbeiten der gut erhaltenen Holzdielen in Eigenleistung erfolgt.

Durch die Farbfreude der Bauleute konnte in Zusammenarbeit mit Anka Böthig/naturfarbenwerkstatt ein Farbkanon aus Naturtönen mit Erdrot, Altweiß, Graugrün in abgemischten Tönen und Farbakzente mit Zementfliesen in tiefem dunkelblau und einer farbigen Blumenwiesenwand zu den abgeschliffenen, geölten Holzdielen umgesetzt werden.
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